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Zuchtbox

Bau einer Zuchtbox

Zum Starten meiner kleinen Zucht war schnell klar, dass ich mit nicht mehr als einer großen Voliere nicht weit komme.
Da ich nicht vor hatte, innerhalb meiner großen, mehr oder weniger „bunten“ Gruppe zu vermehren, sondern vorrübergehend gezielt Paare oder kleine Gruppen zusammen zu setzen, brauchte ich auch den entsprechenden Platz dafür.
(Außerhalb dieser Zuchtphase sind alle meine Tiere übrigens in der großen Gruppe unterwegs. Das heißt im Klartext: auch die Hähne!)
Über die gezielte Verpaarung hinaus gewinnt man auch eine sehr gute Übersicht über Befruchtung, Legeleistung usw.

Also: Her mit der Zuchtbox!

Die Anforderungen:

  • mindestens 3 Etagen
  • muss in die Voliere passen
    (Länge ca. 2 m, max. Höhe 1,72 m, max. Breite 0,8 m)
  • teilbare Etagen
  • eine Etage zur Kükenaufzucht geeignet (heißt Zugang zu Strom und weitestgehend nach außen „abdichtbar“)
  • einfach zu Reinigen
  • Höhe bis Unterkante untere Ebene ca. 50 cm, um keine Grundfläche in der Voliere zu verlieren und darunter gut reinigen zu können
  • „transportabel“, um die Zuchtbox außerhalb aufbauen und dann in die Voliere bringen zu können

Um die Zuchtboxenanlage transportabel zu halten (wenn auch mit etwas Mühe) und aufgrund der besseren Stabilität, haben wir uns für ein Schwerlastregal als Basis entschieden.

Materialliste:

  • Schwerlastregal (200 x 200 x 70 cm mit insgesamt 4 Einlegeböden, steckbar (Eigengewicht 70 kg, 350 kg Tragkraft))
  • 12 mm OSB3-Platten (die Anzahl hängt maßgeblich von der späteren Bauweise ab)
  • Schrauben, Unterlegscheiben, Federringe Muttern
  • Schnellbauschrauben
  • 12 Verbinder (für die Türanschläge)
  • 12 Scharniere
  • 6 Riegel
  • Acryllack (1x schwarz für den Volierendraht, 1x anthrazit (Regalfarbe))
  • Kunstharz Klarlack seidenmatt (2 l)
  • Gummi Kantenschutz
  • Volierendraht
  • Plexiglas (im Baumarkt auf Maß schneiden lassen)
  • Silikon
  • Weißkalkhydrat für den Innenanstrich
  • Aus dem Fundus:
    Schwarzstahlschienen, diverse Holzabschnitte, …

Der Bau:

Schwerlastregal

Aufbau Grundregal

Die MDF(Mitteldichte Faserplatte)-Regalböden wurden mit Kunstharzlack versiegelt (was am nächsten Tag nochmals wiederholt wurde), das Regal auf die gewünschte Höhe von ca. 170 cm zusammengesteckt.
Durch den benötigten Bodenabstand von 50 cm (der Platz darunter sollte in der Voliere zur Verfügung bleiben, zudem muss darunter auch gereinigt werden können) blieben für die Etagen etwa 40 cm Höhe.

Kantenschutz & Rückwand

Die scharfen Kanten der mittleren Querträger wurden mit Gummi-Kantenschutz verkleidet.
Die Rückwände wurden auf Maß geschnitten: Die Bretter sitzen auf dem Boden auf, stoßen oben an die Bodenträger und liegen innen an den Holmen des Regals an.
Am Fuß des Regals wurde aus Holzbalken (45 x 45 mm) ein Hilfsrahmen angeschraubt, der ein Abknicken der Holme verhindern und dem Regal mehr Stabilität geben soll (üblicherweise muss beim regulären Aufbau die unterste Ebene aus diesem Grund sehr weit unten montiert werden).

Die Platten wurden durch die Holme gebohrt und dann mit Schraube, Unterlegscheiben, Federring und Mutter durch und durch geschraubt. Da es sich in meinem Fall um ein Steckregal handelte, wurden in diesem Zuge auch die Regalbodenträger mit den Holmen durchbohrt und ebenfalls mit Schraube, Unterlegscheibe, Federring und Mutter durch und durch verschraubt. So können die Regalböden nicht mehr aus Versehen ausgehoben werden. Die Schraubenköpfe liegen innen, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.

Kantenschutz
Rückwand
Seitenteile

Seitenteile

Die 6 Seitenteile wurden zugeschnitten. Diese wurden innen zwischen die Holme gesetzt, stoßen oben aber fast an den darüber liegenden Boden. Die Seitenteile wurden probehalber eingesetzt und die Konturen von außen angezeichnet. Davon ausgehend wurden nach Innen nochmals Linien für den Fenster-Ausschnitt angezeichnet: Vom Boden aus blieb eine Höhe von 7 cm stehen (damit später die Streu möglichst wenig nach außen geworfen wird), von den Konturen 2 cm.

Wir haben uns dazu entschieden, eine Seite zu vergittern – allerdings mit der Option, Plexiglas davor zu befestigen (Schutz vor Durchzug, insbesondere für Küken) – und die andere Seite direkt mit Plexiglas zu verschließen. Die Plexiglas-Seite steht zum einen auf der Wetterseite, zum anderen so in der Voliere, dass sowieso kein gutes Herankommen zum Hin- und Weg-Montieren der Plexi-Scheibe möglich wäre.
Der Volierendraht (Reste des Volierenbaus, 12,6 x 12,6 x 1,05 mm, verzinkt und punktgeschweißt) wurde passend zugeschnitten und schwarz lackiert – das menschliche Auge kann schwarzen Draht nahezu ignorieren, wodurch man wunderbar hindurchsehen kann. Natürlich kann man direkt schwarzen (pulverbeschichteten) Volierendraht nehmen.
Der lackierte Draht wurde von außen (Minimierung der Verletzungsgefahr) auf die Platte getackert (6 mm Nadellänge). Oben und an den Seiten hatten wir den Volierendraht so groß zugeschnitten, dass dieser noch zwischen Platte und Holm geklemmt wird.
Die Seitenplatte wurde durch den Holm gebohrt und mit Schraube, Unterlegscheibe, Federring und Mutter durch und durch verschraubt.
Die Platten für die andere Schmalseite wurden genauso erstellt, allerdings blieb der Fensterausschnitt hier noch offen, da das Plexiglas erst relativ gegen Ende angebracht wurde.

Rückwandverstärkung

Rückwandverstärkung & Trennschieber

Zur Stabilisierung der Rückwand (für mehr Stabilität und gegen Durchbiegen) wurde mittig an der Rückwand ein Brett angebracht. Dieses hatten wir mit je 2 Schrauben am oberen und unteren Regalbodenträger durchbohrt und auch hier wieder mit Schraube, Unterlegscheibe, Federring und Mutter verschraubt.

Für die Innenseite hatten wir uns je Etage 2 Leisten passend zurechtgeschnitten. Von innen wurde die Mitte der Rückwand angezeichnet und eine Leiste 6 mm rechts oder links von der Mitte von innen mit der Rückwand und dem von außen angebrachten Brett mittels Schnellbauschrauben verschraubt. Dann nimmt man sich ein Stück der übrigen OSB-Platte (Abfallholz) und legt sie an der Leiste an (so wie später auch der Trennschieber sitzen würde). Die zweite Leiste legt man an der Platte an und verschraubt diese dann auf der anderen Seite der Mitte. Dies in allen 3 Etagen.
Danach wurden die Trennschieber grob zugeschnitten. Die Höhe war durch den Abstand Boden-Regalbodenträger vorgegeben, in der Länge hatten wir sie provisorisch erstmal 5 cm überstehen lassen, dazu später mehr.

Abteiltrenner

Leisten an der Frontseite

Schwarzstahlschienen aus unserem Fundus, 30 mm breit, 3 mm stark, wurden an das Regal angepasst. Die Länge ergibt sich aus der Oberkante Regel bis Unterkante unterster Regalbodenträger.
Eine Leiste wurde mittels Schraubzwingen provisorisch befestigt und die Bohrlöcher für die Regalbodenträger sowie die festen Teile der Front angezeichnet. Die Leiste wurde gebohrt und danach als Muster für die übrigen Leisten genommen.
Die Bohrlöcher für die fest eingebauten Teile der Front wurden an den 2 mittleren Leisten gesenkt, damit der Schraubenkopf bündig mit der Metall-Leiste ist. Zwischen diesen beiden Schienen läuft später der Trennschieber.
Die Leisten wurden in Anthrazit (Regalfarbe) gestrichen.
Die Leisten rechts und links (Türseite) wurden mit Schraubzwingen im Abstand der gewünschten Türbreite fixiert, durch die Regalbodenträger gebohrt und mit Schraube, Unterlegscheibe, Federring und Mutter durch und durch angeschraubt. Für die beiden mittleren Leisten ist das Prozedere dasselbe. Hier wurde die erste mittlere Leiste mit einem Abstand von 6 mm zur Mitte angebracht, der Trennschieber eingesetzt und dann die zweite mittlere Leiste daran angelehnt, mit Schraubzwingen fixiert, gebohrt und verschraubt.

Schwarzstahlleisten streichen
Anbringen der Schwarzstahlleisten
Vollholz für den Türanschlag

Anbau für Türanschlag & Frontteile

Damit wir den Anbau der Scharniere auf Vollholz machen konnten, wurden 11 cm Fichtenbretter zurecht geschnitten, gehobelt (kann man auch so kaufen) und von der Innenseite an die Holme geschraubt.
Nun wurden die Maße für die fest eingebauten Frontteile (die 6 nahezu quadratischen Felder in der Mitte der Box) abgegriffen, dementsprechend zugeschnitten und der Ausschnitt angezeichnet.
Ausschnitt auch hier: 7 cm von der Unterkante nach innen, die anderen Seiten 2 cm nach innen angezeichnet und ausgeschnitten.
Für die Türen brauchten wir das Maß zwischen dem Vollholz und der Metall-Leiste abzüglich 3 mm in Länge und Höhe. Später beim Einbau benötigt man etwas Spiel.
Ausschnitt für die Türen mit veränderten Maßen: Unten 7 cm, rechts & links 4,5 cm (Platz für das Anbringen von Scharnieren und Riegeln) und oben 2 cm.
Es folgte das Zuschneiden und Lackieren des Drahtes.
Zudem konnte man nun sowohl die Maße für den Zuschnitt der Plexiglasplatten der oberen Etagen-Front als auch die Maße für die Seitenscheiben auf allen Etagen nehmen.

Front mit vorgefertigten Elementen

Trennschieber

Die OSB-Platten für die eigentlichen Schieber wurden weiter oben schon geschnitten und 5 cm länger gelassen.
Nun wurden passende Enden mit Griffen für die Schieber gebaut: 3 Holzlatten wurden in passender Höhe zu den Trennwänden zugeschnitten, mittig wurde eine 12 mm breite Nut 1 cm tief eingefräst.
Die Trennwände wurden dann auf 1 cm Überstand ab den Metall-Leisten gekürzt, mit Leim bestrichen und in die Nut eingesetzt. Zur Fixierung wurden noch 2 kleine Schnellbauschrauben eingedreht. Auf der anderen Seite wurden die Trennwände mit dem Bandschleifer auf beiden Seiten etwas abgeschliffen, so dass diese leichter in die Führungsschienen an der Rückwand gleiten. Auf die Leisten wurden mittig Metall-Griffe geschraubt.
Oberhalb der Trennwände haben wir eine Holzlatte mit dem darüber liegenden Boden verschraubt (durch den Boden in die Latte) um den Spalt weitestgehend zu schließen. Allerdings haben wir uns dort zumindest so viel Platz gelassen um später noch einen flachen Elektrostecker über die Trennwand zu führen. Siehe Foto unter „Ausstattung“.

Trennschieber
Türanschläge

Alle Frontteile wurden mit dem Volierendraht bespannt und eingebaut.
Die 6 feststehenden Frontteile wurden von innen an den Metall-Leisten fixiert, durchgebohrt und an den Türseitigen Leisten mittels Schraube, Unterlegscheibe, Federring und Mutter verschraubt. An der Seite zum Trennschieber wurden von außen Senkkopfschrauben verwendet und diese mit Federring und Mutter von Innen verschraubt, damit die Griffe der Trennwände plan auf den Metall-Leisten aufliegen.
Diese Schrauben darf man zum Schluss beim Flexen nicht vergessen (Verletzungsgefahr)!
An die Innenseiten der fest eingebauten Frontteile wurden jeweils oben und unten noch so genannte Verbinder als Türanschlag mit Schnellbauschrauben festgemacht.
Bei den Türen wurden die Scharniere mittels Schnellbauschrauben angebracht, in das Regal hineingesetzt (hier darauf achten, dass die Türen unten Luft haben und nicht schleifen!) und die Scharniere am Vollholz verschraubt. Für den Überwurf des Riegels mussten noch ein paar Löcher in die Metall-Leiste gebohrt und dieser mit der Metall-Leiste verschraubt werden. Dann wurde der Riegel an der Tür angebracht.

Beschläge

Letzte Anpassungen

Nun wurde alles abgeflext, was abzuflexen war. In unserem Falle waren das die Gewinde von fast allen Schrauben, die unschön nach außen oder gefährlich nach innen standen, sowie der Überstand der 4 Holme (wir hatten das 2 m hohe Regal ja auf etwa 1,70 m umgebaut).

Plexi linke Seite
Plexi Tür

Befestigung des Plexiglases

Am einfachsten lässt man die Plexiglas-Scheiben direkt im Baumarkt auf Maß schneiden.
Zum Befestigen der Scheiben wurden Rahmenbrettchen gefräst.
An der einen Schmalseite wurden die Rahmenbrettchen aufs Maß der Scheibe geschnitten, von außen über den Draht angeschraubt, die Scheibe eingesetzt und dann mit 2 Riegeln oben festgeklemmt. So wurde dann auch mit den Seitenteilen der beiden übrigen Etagen sowie den beiden festen Frontteilen der oberen Etage verfahren.
Auf der anderen Schmalseite wurden 6 Löcher in die Scheiben gebohrt und diese mit Schnellbauschrauben auf die OSB-Platte geschraubt.
Bedingt durch Scharniere und Riegel konnten wir mit dem Plexiglas an den Türen so nicht verfahren. Hier haben wir einen U-Rahmen aus den Rahmenbrettchen passend für die Scheibe geschnitten und von innen an die Tür geschraubt, so dass man die Scheibe einfach von oben in die Leiste schieben kann.

Die obere MDF-Platte (quasi den Deckel) wurde dann noch mit einer Dachlatte an der Rückseite (damit nichts dahinter fallen kann) sowie selbstschneidenden Schrauben an der Front und den Seiten mit dem Regalbodenträger verbunden.

Plexi rechte Seite
Oberste Etage mit Plexi (obere Befestigung fehlt noch)
Steckdosenleiste
Wärmeplatte

Ausstattung

Für den Betrieb von Wärmeplatten, Tränkewärmern, Licht usw. wurde eine 5-fach Feuchtraum-Steckdosenleiste mit Deckeln angebracht. Diese passte genau in den Regalbodenträger. In der Steckdosenleiste waren schon 4 Befestigungslöcher vorgegeben, daher wurde durch den Regalbodenträger durchgebohrt und die Steckdosenleiste mit der üblichen Kombination aus Schraube, Unterlegscheibe, Federring und Mutter festgeschraubt. Das Kabel wurde durch die Decke geführt.
Durch einen Spalt oberhalb der Trennwand kann ein flacher Stecker von der Wärmplatte aus dem Nachbarabteil zur Steckdose geführt werden. So bleibt die oberste Etage auch zur Kükenaufzucht teilbar.

Kalkanstrich

Versiegelung, Kieselgur & Kalken

Die OSB-Platten wurden von innen etwa 10 cm hoch und an allen Schnittkanten mit Kunstharzlack versiegelt, die Kanten der Innenseiten mit Silikon abgedichtet.
Die Rückwand wurde von außen prophylaktisch mit Kieselgur eingesprüht, die Innenseiten haben einen Kalkanstrich (mit Weißkalkhydrat aus dem Baumarkt) bekommen.

Fertig!

Aufstellen in der Voliere